Das Stillen will einfach nicht klappen.
Dein Baby trinkt unruhig, verschluckt sich, verliert Milch aus dem Mundwinkel, kneift oder kaut die Brustwarzen, macht schmatzende Geräusche oder wird nicht richtig satt?
Vielleicht hast du bereits wunde Brustwarzen und Schmerzen bei jeder Stillmahlzeit deines kleinen Schatzes?
Du fütterst zu oder pumpst zusätzlich ab, weil dein Baby nicht genug zunimmt oder unglücklich wirkt oder nach einer halben Stunde oder Stunde gleich wieder trinken will, und schnell erschöpft wieder einschläft während des Stillens, und womöglich nicht ausreichend aus der Brust abtrinken kann?
Und irgendwann fällt der Verdacht auf ein verkürztes Zungenband. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du hier richtig.
Ein verkürztes Zungenband ist eine sogenannte orale Restriktion, wird oft übersehen und kann Stillen, Trinken und die Entwicklung deines Babys spürbar beeinflussen.
In unserer Osteopathie Praxis in München begleiten wir dich und dein Baby einfühlsam durch diese Herausforderung, in enger Zusammenarbeit mit Stillberatung, Kinderärzten und spezialisierten Zahnärzten.
Ein verkürztes Zungenband ist ein zu kurzes oder zu straffes Gewebeband unter der Zunge, das ihre Beweglichkeit einschränkt. Fachlich spricht man von einer Ankyloglossie oder einer oralen Restriktion. Sowie von einem verkürzten oder zu festen Lippenbändchen.
Das Zungenband verbindet die Unterseite der Zunge mit dem Mundboden. Bei manchen Babys oder Kleinkindern ist dieses Band zu kurz, zu straff oder setzt zu weit vorne an, sodass sich die Zunge nicht frei genug bewegen kann. Viele Babies haben zusätzlich ein “fliehendes” (zurückgelagertes/ Retrognathes Kinn), und tagsüber den Mund oft offen. Oft sieht man nur wenig Lippenrot oder eingezogene Lippen.
Man unterscheidet grob zwischen einem vorderen (anterioren) Zungenband, das leicht zu erkennen ist und oft schon nach der Geburt auffällt, und einem hinteren (posterioren) Zungenband, das deutlich schwerer zu erkennen ist und deshalb häufig lange unentdeckt bleibt (auch von Fachpersonal im Krankenhaus oft unerkannt). Auch das Lippenbändchen kann verkürzt sein und ähnliche Beschwerden verursachen.
Typische Anzeichen sind Probleme beim Anlegen, schmatzende Geräusche beim Trinken, sehr lange Stillmahlzeiten oder sehr kurz aufeinander folgende (da das Baby nicht satt genug wird und es sich beim trinken sehr anstrengen muss und schnell ermüdet, sowie wunde Brustwarzen und Schmerzen bei der Mutter. Meist treten mehrere Anzeichen gemeinsam auf.
Viele Eltern bemerken beim Stillen, dass ihr Baby die Brust schlecht fassen kann, den Mund nicht weit aufmacht beim andocken oder nur wenig Brust/ nur die Brustwarze im Mund hat, immer wieder abrutscht, Milch aus dem Mundwinkel fließt (weil der Mundschluss oder das Vakuum beim Andocken fehlt oder beim Trinken klickende Geräusche macht. Häufig sind die Mahlzeiten sehr lang und trotzdem wirkt das Baby danach nicht zufrieden.
Die Lippen des Babys sind beim Trinken oft eingezogen (nicht wie bei einem Fisch ausgestülpt (ideales Andocken)). Wenn die Brustwarzen nach dem Stillen längere Zeit weiß bleiben, oder sich wie ein Lippenstift verformen nach dem Stillen und auch die Lippen des Babys weiß werden, ist sehr wahrscheinlich eine orale Restriktion vorhanden.
Auf Seiten der Mutter zeigen sich oft wunde oder schmerzende Brustwarzen, ein wiederkehrender Milchstau, verhärtete Bereiche an der Brust, verformte/ gequetschte Brustwarzen oder das Gefühl, dass die Brust nicht richtig leer getrunken wird. Beim Baby können außerdem eine eingeschränkte Zungenbeweglichkeit, Schwierigkeiten beim Schlucken, vermehrtes Spucken oder eine ausgeprägte Unruhe beim Füttern auffallen. Auch beim Fläschchen kann sich eine orale Restriktion durch Trinkschwäche, Schmatzen, Klickgeräusch, Milchverlust bemerkbar machen.
Osteopathie kann ein stark eingeschränktes Zungenband nicht deutlich verlängern , aber die begleitenden Spannungen in Zunge, Kiefer und Nacken lösen und so das Saugen und Schlucken erleichtern. Viele Babys können nach osteopathischen Behandlungen ihren Mund viel weiter aufmachen, was für ein gutes Anlegen und Andocken sehr wichtig ist.
Hier ist es uns wichtig, ehrlich zu sein: Ein tatsächlich verkürztes Zungenband können wir mit osteopathischen Techniken nicht durchtrennen oder “verlängern”. Die Entscheidung über eine Korrektur und der Eingriff selbst liegen bei spezialisierten Zahnärzten oder Ärzten, gerne empfehlen wir Euch gute und spezialisierte Kinderzahnärzte, Logopäden und Stillberaterinnen zur Begleitung. Was wir tun, ist die osteopathische Begleitung rund um dieses Thema, und das kann einen wertvollen Unterschied machen.
Häufig gehen mit einer oralen Restriktion Spannungen im Mund-, Kiefer- und Nackenbereich einher, teilweise auch als Folge der Geburt. Mit sanften Techniken arbeiten unsere Osteopathinnen daran, diese Spannungen im Bereich von Zunge, Mundboden, Kiefer und Halswirbelsäule zu lösen. Bei einem leicht verkürzten Zungenband kann sich die Stillsituation durch diese Entlastung manchmal schon spürbar bessern, ohne dass ein Eingriff nötig wird. Und wenn dennoch eine Durchtrennung des Zungen-/ Lippenbändchens, sind wir vor und nach dem Eingriff sehr gerne begleitend für euch da.
Vor einer Durchtrennung eines verkürzten Zungenbändchens oder Lippenbändchen lösen wir Spannungen und bereiten die Beweglichkeit vor, danach unterstützen wir die Heilung und helfen deinem Baby, die neue Zungenbeweglichkeit zu nutzen (und üben ggf. das aktive Wundmanagement mit euch)..
Wenn ein Zahnarzt oder Arzt eine Durchtrennung des Zungenbands (Frenotomie) empfiehlt, unterstützen wir dich im gesamten Prozess. Denn eine Durchtrennung allein sorgt nicht automatisch dafür, dass die Zunge ihre volle Funktion entfaltet. Hier sind sanfte osteopathische Impulse und gezielte Übungen oft eine sinnvolle Ergänzung. Sehr gute Erfahrungen machen wir mit begleitender logopädischer Behandlung.
Diese Vor- und Nachbegleitung stimmen wir eng mit deiner Stillberaterin, deinem Kinderarzt und dem behandelnden Zahnarzt/ Logopädie ab, damit alle Beteiligten Hand in Hand für dein Baby arbeiten.
Nach einem ausführlichen Gespräch untersuchen wir dein Baby sanft am ganzen Körper und zeigen dir Handgriffe/ ggf. sanfte Dehnungen oder Massagegriffe für Gesicht/ Lippen/ Kiefer / Hals / Nacken und Stillpositionen für zu Hause.
Beim ersten Termin nehmen wir uns ausführlich Zeit. Wir hören dir zu, wie sich das Stillen oder Trinken gestaltet, und untersuchen dein Baby behutsam. Dabei schauen wir uns nicht nur den Mundbereich an, sondern den ganzen Körper, denn Spannungen in Nacken, Kiefer oder aus der Geburt können eng mit der Zungenfunktion zusammenhängen.
Die Behandlung selbst ist sehr sanft und auf die empfindlichen Strukturen deines Babys abgestimmt. Ergänzend zeigen wir dir Handgriffe, Stillpositionen und kleine Übungen für zu Hause, mit denen du dein Baby zwischen den Terminen unterstützen kannst.
Eine osteopathische Behandlung ist bereits in den ersten Lebenswochen möglich und sinnvoll. Gerade bei Stillproblemen lohnt es sich, früh hinzuschauen, damit sich die Stillbeziehung stabilisieren kann und damit dein Schatz adäquat an Gewicht zunehmen kann. Die Entscheidung über eine mögliche Korrektur triffst du gemeinsam mit deiner Stillberatung und den behandelnden Ärzten, gerne empfehlen wir dich an geeignete Praxen weiter.
In den ersten Tagen direkt nach der Geburt ist eine Empfindlichkeit der Brustwarzen/ ein Ansaugschmerz/ Spannen in der Brust oder heiße/ volle/ empfindliche Brüste oft normal. Sehr starke stechende Schmerzen solltest du jedoch nicht während des Stillens oder Anlegens haben, oder nach dem ersten Ansaugen sollten sich die Schmerzen verbessern.
Blutende/ wunde/ verformte oder weiße Brustwarzen sind ein Hinweis, dass das Anlegen noch nicht ideal ist, oder dein Baby wirklich eine orale Restriktion hat. Sprich auf jeden Fall mit deiner Hebamme oder STillberaterin an, wenn du dir unsicher bist.
Stillen erfordert Übungen, mit jedem Tag und jeder Stillmahlzeit lernt ihr voneinander und euch besser kennen. Bei Fieber und Milchstau solltest du ebenfalls deine Hebamme oder die Frauenärztin aufsuchen.
Nein. Die Durchtrennung des Zungenbands ist ein ärztlicher beziehungsweise zahnärztlicher Eingriff. Unsere Aufgabe ist die osteopathische Begleitung vor und nach einer möglichen Korrektur sowie die Behandlung der begleitenden Spannungen im Körper deines Babys.
Nicht in jedem Fall. Ob eine Korrektur sinnvoll ist, hängt vom Ausmaß der Einschränkung und von den konkreten Beschwerden ab. Bei leichten Einschränkungen kann sich die Situation manchmal auch durch osteopathische Begleitung und Anpassungen beim Stillen verbessern. Diese Einschätzung trifft immer ein Facharzt/in gemeinsam mit dir.
Ja. Auch bei älteren Kindern kann ein verkürztes Zungenband Auswirkungen auf Kiefer, Zahnstellung, Sprache oder Nasenatmung haben. Auch hier begleiten wir euch gerne osteopathisch und arbeiten eng mit Zahnärzten und Kieferorthopäden zusammen.
Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen osteopathische Behandlungen für Babys und Kinder, private Heilpraktiker Zusatzversicherungen oder private Krankenversicherungen erstatten meist die osteopathischen Behandlungskosten vollständig abhängig vom jeweiligen Tarif. Alle Informationen dazu findest du auf unserer Kostenseite.
Wenn du den Verdacht hast, dass dein Baby ein verkürztes Zungenband hat, oder wenn das Stillen einfach nicht klappen will, zögere nicht und buche einen Termin in unserer Praxis in München Schwabing. Gemeinsam schauen wir, wie wir dich und dein Baby am besten unterstützen können.
Wir freuen uns, dich und euch begleiten zu dürfen. Bei jedem Termin nehmen wir uns eine volle Stunde Zeit für euch.